Warum die Kombination PV-Anlage mit Wärmepumpe so sinnvoll ist
Zwei Gründe machen die Kombi besonders attraktiv:
• Kosten sinken massiv: 1 kWh Wärme aus Gas kostet 2026 rund 12–14 ct, aus Öl rund 14–18 ct. 1 kWh Wärme aus einer Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom kostet effektiv unter 5 ct. Das ist Faktor 3.
• CO₂-Bilanz: du heizt praktisch klimaneutral. Steigende CO₂-Abgaben auf fossile Brennstoffe betreffen dich nicht mehr.
Welche PV-Anlagengröße braucht eine Wärmepumpe?
Faustformel aus unseren Projekten:
• 4-Personen-Haushalt, Gas-Bestandsheizung, kein E-Auto: 7–10 kWp ohne Wärmepumpe → mit Wärmepumpe 11–14 kWp.
• 4-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto: 13–16 kWp.
• Größeres EFH, Wärmepumpe und 2 E-Autos: 16–20 kWp.
Ein Zusatz von +3–5 kWp gegenüber reinem Haushaltsstrom deckt den zusätzlichen Wärmepumpenbedarf gut ab. Wer kann, sollte das Dach voll belegen – jede zusätzliche Modulreihe senkt die Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde.
Sektorenkopplung und Energiemanagement
Damit PV, Wärmepumpe, Speicher und – wenn vorhanden – Wallbox sinnvoll zusammenspielen, brauchst du ein Energiemanagement-System (EMS). Es priorisiert Lasten in Echtzeit:
1. Eigenverbrauch im Haushalt (Kühlschrank, Beleuchtung, Geräte)
2. Wärmepumpe (über SG-Ready oder EEBus-Schnittstelle)
3. Stromspeicher laden
4. E-Auto laden (Wallbox)
5. Überschuss ins Netz einspeisen
Moderne Wärmepumpen sind SG-Ready (Smart-Grid-Ready) und können vom EMS gezielt angefordert werden, wenn PV-Überschuss da ist. Das hebt den Eigenverbrauch noch einmal deutlich.
Stromspeicher bei PV + Wärmepumpe – sinnvoll oder nicht?
Eine häufige Frage: Brauche ich einen Speicher, wenn die Wärmepumpe ohnehin tagsüber heizt?
Unsere Erfahrung aus der Praxis: ja, in den meisten Fällen. Drei Gründe:
• Heizsaison passt nicht immer zur PV-Saison: Der Heizbedarf ist morgens und abends hoch – Sonnenstrom liefert eher mittags. Ein Speicher überbrückt diese Zeitversatz.
• Warmwasser-Pufferung: Viele Wärmepumpen heizen Warmwasser-Speicher mittags vor – Teil-Pufferung über Stromspeicher hilft, wenn die Sonne weg ist.
• Sommerhalbjahr: Nahezu kein Heizbedarf, aber viel PV-Überschuss. Der Speicher fängt diesen Überschuss für Haushaltsstrom und Wallbox auf.
Wir empfehlen typisch 8–12 kWh Speicher bei PV-Wärmepumpe-Kombination im Einfamilienhaus.
Beispielrechnung: 4-Personen-Haushalt mit PV und Wärmepumpe
Konkretes Beispiel aus einem unserer Projekte in der Region (typische Konstellation, gerundet):
• 4-Personen-Haushalt, Bestands-EFH aus den 1990ern
• Stromverbrauch Haushalt: 4.500 kWh/Jahr
• Strom für Wärmepumpe: 3.500 kWh/Jahr
• Gesamtbedarf: 8.000 kWh/Jahr
Anlage: 12-kWp-PV + 10-kWh-Speicher
Ertrag: ca. 12.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauchsquote: ca. 65 %
Kosten ohne PV/WP (Gas + Strom): rund 4.200 €/Jahr
Kosten mit PV+WP+Speicher: rund 800–1.000 €/Jahr (Restbezug)
Einnahmen Einspeisung: rund 300 €/Jahr
Netto-Ersparnis: rund 3.400 €/Jahr
Über 20 Jahre: rund 68.000 € (ohne weitere Strom- und Gaspreissteigerung gerechnet).
Häufige Fehler bei der Planung – und wie wir sie vermeiden
Aus mehr als 100 begleiteten PV-Wärmepumpe-Kombinationen kennen wir die typischen Stolperfallen:
• PV zu klein dimensioniert: Eine Wärmepumpe braucht 2.500–4.500 kWh extra. Wer mit dem Gedanken die alte 5-kWp-Anlage reicht plant, hat im Winter zu wenig Eigenversorgung. Faustregel: PV-Größe so wählen, dass auch im Dezember/Januar zumindest tagsüber Überschuss für die Wärmepumpe da ist.
• Wärmepumpe ohne SG-Ready beschafft: Ältere Modelle lassen sich vom Energiemanagement nicht steuern. Folge: Wärmepumpe heizt auch nachts, wenn die PV nichts liefert. Beim Neukauf unbedingt auf SG-Ready oder EEBus achten.
• Heizungspuffer-Speicher vergessen: Ein 500–1.000-Liter-Pufferspeicher für Heizungswasser ist oft günstiger als ein zweiter Stromspeicher. Er nimmt überschüssige PV-Wärme thermisch auf – Wärmepumpe läuft länger am Tag, weniger nachts.
• Wallbox nicht integriert geplant: Wer später ein E-Auto kauft, wundert sich, dass die PV-Anlage plötzlich nicht mehr reicht. Wenn realistisch in den nächsten 5 Jahren ein E-Auto kommt, mit einplanen.
• Heizungsbauer und Solarteur arbeiten getrennt: Klassisch unterschätzt. Beide Gewerke musst dich auf Wärmepumpen-Modell, Pufferspeicher-Größe und SG-Ready-Verkabelung einigen. Wir koordinieren auf Wunsch direkt mit dem Heizungsbauer.
Förderung für PV mit Wärmepumpe
Drei Förderwege sind 2026 für die Kombi PV + Wärmepumpe relevant:
• Wärmepumpen-Förderung BAFA / BEG: Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss für die Wärmepumpe selbst – Höhe abhängig von Heizungstausch-Konstellation. Aktuelle Konditionen unter bafa.de / kfw.de prüfen (Stand 2026 – bitte aktuelle Bedingungen prüfen).
• PV-Förderung: 0 % MwSt. auf PV bis 30 kWp, EEG-Einspeisevergütung, KfW 270.
• Kommunale Programme: Manche Städte in Baden-Württemberg fördern die Kombination explizit höher als Einzelmaßnahmen – Heidelberg, Mannheim und Stuttgart haben in den letzten Jahren entsprechende Programme aufgelegt. Aktuelle Konditionen direkt bei der Stadt erfragen.
Unsere Empfehlung: Vor Auftragserteilung Förderkonditionen klären, beides möglichst gemeinsam mit dem Heizungsbauer und Solarteur planen.