Preise nach Anlagengröße: Reihenhaus, EFH klein, EFH groß
Die wichtigste Stellgröße beim Preis ist die Anlagengröße in Kilowatt-Peak (kWp). Als Faustwert kalkulierst du 2026 schlüsselfertig grob 1.600 bis 2.200 Euro pro kWp ohne Speicher – kleinere Anlagen liegen pro kWp tendenziell höher, weil Fixkosten wie Gerüst, Anfahrt und Wechselrichter auf weniger Module verteilt werden.
• Reihenhaus / kleines Dach (ca. 4–6 kWp): rund 9.000–14.000 € ohne Speicher. Passt für Haushalte mit moderatem Verbrauch und begrenzter Dachfläche.
• Einfamilienhaus klein–mittel (ca. 7–10 kWp): rund 13.000–22.000 € ohne Speicher. Die häufigste Größe für ein typisches EFH in der Region.
• Einfamilienhaus groß (ca. 11–15 kWp): rund 20.000–30.000 € ohne Speicher. Sinnvoll bei großem Dach, Wärmepumpe oder E-Auto und entsprechend hohem Strombedarf.
Alle Preise verstehen sich schlüsselfertig (Module, Wechselrichter, Montage, Anmeldung) und dank 0 % MwSt. als Endpreis. Die genaue Zahl hängt von Dach, Ausrichtung und Komponentenwahl ab – siehe unten.
Mit oder ohne Speicher? Was ein Batteriespeicher kostet
Ein Stromspeicher ist der größte einzelne Preisfaktor nach den Modulen. Er sorgt dafür, dass du deinen Solarstrom auch abends und nachts selbst nutzt, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. 2026 rechnest du für die reine Speicher-Komponente grob mit 600 bis 900 Euro pro kWh nutzbarer Kapazität, abhängig von Hersteller und Technik.
• 10 kWp ohne Speicher: ~16.000–22.000 € schlüsselfertig.
• 10 kWp mit 8–10 kWh Speicher: ~22.000–30.000 € schlüsselfertig.
Faustregel für die Dimensionierung: etwa 1 kWh Speicher pro 1 kWp Anlagenleistung. Eine 10-kWp-Anlage harmoniert also gut mit 8–12 kWh Speicher und erreicht damit oft 60–70 % Eigenverbrauch.
Lohnt sich der Speicher? Wirtschaftlich rechnet er sich heute knapper als die Module selbst – sein Mehrwert liegt vor allem in mehr Unabhängigkeit vom Netzbezug. Seit dem Solarspitzengesetz (in Kraft seit 25.2.2025) gibt es bei negativen Börsenpreisen keine Einspeisevergütung mehr. Das macht Eigenverbrauch und Speicher noch wichtiger, weil eingespeister Überschuss in solchen Stunden nichts bringt.
Wallbox & E-Auto: Was kommt obendrauf?
Wenn du ein E-Auto mit eigenem Solarstrom laden willst, kommt eine Wallbox dazu. Eine 11-kW-Wallbox inklusive Montage kostet 2026 typischerweise rund 1.500 bis 2.500 Euro – je nach Modell, Leitungsweg vom Zählerschrank zum Stellplatz und Aufwand am Sicherungskasten.
Preisspanne im Detail:
• Wallbox-Gerät (11 kW, ggf. mit PV-Überschussladen): ~500–1.200 €.
• Installation durch den Elektriker: ~600–1.500 €, stark abhängig von der Leitungslänge und ob der Zählerschrank ertüchtigt werden muss.
Wichtig: Die früheren KfW-Zuschüsse für Wallboxen (Programme 440/441/442) sind nicht mehr beantragbar – Stand Juni 2026. Plane die Wallbox also ohne Förderung. Der eigentliche Vorteil entsteht über den Solarstrom: Lädst du tagsüber mit Überschuss aus der eigenen Anlage, ersetzt du teuren Netzstrom (Grundversorgung in BW rund 40 ct/kWh) durch praktisch kostenlosen Sonnenstrom.
Was treibt den Preis? Die wichtigsten Kostenfaktoren
Warum kostet die gleiche kWp-Zahl bei zwei Häusern unterschiedlich viel? Diese Faktoren erklären die Spannen:
• Dachart & Deckung: Ziegeldach ist Standard. Schiefer, Blech, Flachdach oder eine ungewöhnliche Eindeckung erhöhen den Montageaufwand.
• Dachneigung, Ausrichtung & Statik: Süd mit ~30° ist ideal. Ost-West-Anlagen brauchen mehr Module für denselben Ertrag. Eine schwache Dachstatik kann Zusatzkosten verursachen.
• Wechselrichter & Komponenten-Qualität: Hybrid-Wechselrichter (speicherfähig), Marken-Module und Optimierer kosten mehr, bringen aber Ertrag und Langlebigkeit.
• Zählerschrank & Elektrik: Ein veralteter Zählerschrank muss oft modernisiert werden – ein realistischer Posten, der im Vorab-Angebot ehrlich genannt gehört.
• Gerüst, Anfahrt & Kabelwege: Hohe oder schwer zugängliche Dächer und lange Leitungswege zum Speicher/Wallbox-Standort erhöhen den Aufwand.
• Speichergröße & Notstrom-Funktion: Mehr Kapazität und echte Notstrom-/Ersatzstromfähigkeit kosten extra.
Deshalb gilt: Ein seriöses Angebot entsteht erst nach einem Blick aufs Dach und in den Zählerschrank – nicht per Pauschalpreis am Telefon.
Förderung 2026: 0 % MwSt. und KfW 270
Die gute Nachricht: Die wichtigste 'Förderung' ist 2026 längst eingepreist. Zwei Bausteine sind bundesweit relevant:
• 0 % Mehrwertsteuer auf Anlagen bis 30 kWp: Für Module, Wechselrichter, Speicher und Montage gilt der Nullsteuersatz. Du zahlst als Privathaushalt brutto so viel wie netto – ein effektiver Vorteil von rund 19 % gegenüber dem alten Recht. Kein Antrag nötig, wirkt automatisch beim Kauf.
• KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien – Standard): Ein zinsgünstiger Kredit für PV, Speicher und Wallbox – ausdrücklich kein Zuschuss. Er finanziert die Investition günstig, senkt aber nicht den Anschaffungspreis. Die Konditionen werden laufend angepasst und laufen über deine Hausbank; aktuellen Stand unter kfw.de oder bei der Bank prüfen.
Dazu kommt die Einspeisevergütung nach EEG: Stand Februar 2026 erhältst du für Teileinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp rund 7,78 ct/kWh, bei Volleinspeisung rund 12,34 ct/kWh – garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme, mit rund 1 % Degression pro Halbjahr (nächste Senkung 1.8.2026). In Baden-Württemberg und einzelnen Kommunen gibt es zeitweise zusätzliche Zuschüsse (z. B. für Speicher) – diese ändern sich häufig, wir prüfen sie projektbezogen.
Hinweis: Es gibt einen EEG-Reform-Entwurf, der die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 streichen würde. Das ist Stand Juni 2026 nur ein Entwurf, nicht beschlossen – die Entscheidung wird im Lauf des Jahres 2026 erwartet. Wer 2026 ans Netz geht, sichert sich aber in jedem Fall den heutigen Satz für die vollen 20 Jahre.
Amortisation: Wann hat sich die Anlage bezahlt gemacht?
Ob sich eine PV-Anlage lohnt, entscheidet heute weniger die Einspeisevergütung als dein Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom (BW-Grundversorgung rund 40 ct/kWh) – das ist deutlich mehr wert als die Einspeisevergütung von wenigen Cent.
Realistische Amortisationszeiten – Stand Juni 2026:
• PV-Anlage ohne Speicher: typischerweise rund 9–13 Jahre.
• PV-Anlage mit Speicher: typischerweise rund 10–15 Jahre. Der Speicher kostet extra, erhöht aber Eigenverbrauch und Unabhängigkeit.
Regionaler Bezug: In der Rhein-Neckar-Region liegt der PV-Ertrag bei rund 1.100–1.300 kWh pro kWp und Jahr – ein guter Wert für Deutschland. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt hier also grob 11.000–13.000 kWh jährlich. Module halten erfahrungsgemäß 25+ Jahre; nach der Amortisation produzierst du noch viele Jahre praktisch kostenlosen Strom.
Wichtig: Die genaue Amortisation hängt von deinem Verbrauchsprofil, der Anlagengröße und der Strompreisentwicklung ab. Wir rechnen das vor jedem Angebot konkret für dein Haus durch – ohne Schönrechnerei.